Die Förderung der Lesekompetenz beginnt bereits vor dem Lesen Lernen. Es ist wichtig, bei den Kindern so früh wie möglich Lesefreude und Lesemotivation zu wecken, die Neugier auf Bücher zu entfachen und die Beschäftigung mit Büchern zu ermöglichen. Das Vorlesen ist dabei ein erster Schritt auf dem Weg zum Leseerfolg. Eine derartige Förderung in der Kita und Vorschule ist ein guter Start.

Je mehr Kindern vorgelesen wird, desto motivierter sind sie später selber zu lesen. Dem Vorlesen wird in der Fachwelt eine geradezu „magische“ Bedeutung beigemessen. Es fördert den Wortschatz und das Textverständnis, die Kreativität und Konzentration bei den Kindern. Darüber hinaus genießen die Kinder die gemeinsame Lese-Zeit mit ihren Eltern, was die Beziehung zwischen Eltern und Kind stärkt. Kinder lernen Sprachen meist viel leichter und schneller als Erwachsene, vorausgesetzt sie beherrschen bereits ihre Muttersprache. Kinder können bei dem Vorlesen in der Muttersprache ihre Emotionen besser ausdrücken. Wenn Eltern ihren Kindern möglichst früh in ihrer Muttersprache vorlesen, tragen sie langfristig dazu bei, auch im deutschen Sprachgebrauch sicherer zu werden.

Wir haben dreizehn Bücher nach den Kriterien Mehrsprachigkeit, Inklusion und Interkulturalität speziell für Vorschulkinder ausgewählt. In einigen Büchern gibt es CDs, die in den Kitas abgespielt werden können. Eltern, Kindern und Erzieher*innen stellen wir unsere niedrigschwelligen Leseregeln – in 12 Sprachen verfügbar – mit dem QR-Code zu unseren Videos über (Vor-)Lesetechniken zur Verfügung. Mit einem bunten, mehrsprachigen Plakat für die Raumgestaltung zeigen wir den Kindern, dass jede Sprache ein eigenes Wort für Gegenstände wie Apfel, Stuhl etc. hat. In der Vorschule können die Kinder in unseren Büchern stöbern und Pädagogen lesen aus den Büchern vor. Am Nachmittag kann mit den Erzieher*innen in den Eltern-Kind-Runden gemeinsam daraus vorgelesen werden. Die Pädagogen stellen Kindern und Eltern den Bücherkoffer vor. Jede Woche sucht sich ein Kind ein Buch aus und nimmt es in unserer Tragetasche mit nach Hause und erzählt bei der Rückgabe von seinen Erlebnissen. Die Pädagogen dokumentieren für das von coach@school durchgeführte Monitoring die Eindrücke der Kinder und Eltern.

In Hamburg arbeiten wir zurzeit mit neun Kitas zusammen. Fünf der Kitas sind an eine Wohnunterkunft (Gleisdreieck) angeschlossen