Neuzugewanderte Eltern in den Wohnunterkünften kommen aus den verschiedensten Kulturkreisen. Manche sprechen selbst nicht so gut Deutsch und können ihr Kind kaum beim Erlernen der neuen Sprache unterstützen. In vielen Familien fehlt außerdem eine (Vor-)Lese- und Buchkultur. Dadurch wird die Muttersprache meist nur gesprochen und nicht schriftlich vermittelt, so dass die Kinder später beide Sprachen nur halb beherrschen. Wenn die erstsprachliche Sprachkompetenz des Kindes bereits durch regelmäßiges Vorlesen unterstützt wird, wird das Kind entsprechende Techniken in einer Zweitsprache leichter erlernen. Der Bücherkoffer wird den Familien durch ElternmentorInnnen und ErzieherInnen in den Wohnunterkünften vorgestellt. In Workshops werden allen TeilnehmerInnen unterschiedliche Vorlesetechniken vermittelt.

Ester Bergweiler, Referentin der Hamburger Schulbehörde für die kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für Neuzugewanderte: „Die Muttersprache ist identitätsstiftend und sollte gefördert und positiv verstärkt werden, anstatt diesen Teil eines Menschen zu ignorieren oder gar zu negieren.“

Tamara Mann (BSB, Flüchtlingsbildungskoordinatorin) : „Mein Fazit: Das Ziel, die Freude am Lesen bei den Kindern zu wecken und dabei die Elternbeteiligung zu fördern, wird in der Wohnunterkunft aktiv verfolgt und erfolgreich umgesetzt.“