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Heute spricht jedes fünfte Kita-Kind im Alter von 3 Jahren bis zur Einschulung zu Hause eine andere Familiensprache als Deutsch. Besonders Kinder, deren Familien über geringere Bildungsressourcen verfügen und/oder einen Migrationshintergrund haben, werden häufig in der deutschen Sprache als sprachförderbedürftig diagnostiziert. Ohne Anerkennung der Bedeutung und Förderung der Kenntnisse in ihrer Familiensprache wird die sozial-emotionale Entwicklung der Kinder zusätzlich ausgebremst. Durch die meist nur geringe Beachtung ihrer mehrsprachigen Identität kann auch eine ablehnende Haltung gegenüber der Bildungseinrichtung entstehen.
Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für kulturelle Teilhabe und lebenslanges Lernen. Kindern, denen regelmäßig vorgelesen wird, entwickeln bessere Sprachfähigkeiten, haben es leichter beim Lesenlernen und gewinnen mehr Selbstvertrauen. Fehlt diese Kompetenz, entstehen oft Lernschwierigkeiten, besonders bei Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Familien. Studien zeigen, dass sich frühe Defizite in der Sprachkompetenz nicht von selbst ausgleichen und sich sogar verschärfen können. 2021 verfehlte ein Viertel der Viertklässler in Deutschland den Mindeststandard beim Lesen.
Expert*innen empfehlen, Eltern frühzeitig für die Bedeutung des Vorlesens zu sensibilisieren, da es die Lesemotivation und grundlegende Sprachfähigkeiten wie Wortschatz und Buchstabenkenntnis fördert. Das Gespräch über Bilder und Geschichten spielt dabei eine zentrale Rolle, da es Kindern hilft, Sprache und Erzählungen besser zu verstehen, was wichtig für den späteren Schriftspracherwerb ist. So trägt das Bücherkoffer-Programm zur Chancengerechtigkeit bei.
Mit dem Begleitprogramm wird sichergestellt, dass alle am Leselernprozess beteiligten Akteure, i.e. die Eltern und Pädagogischen Fachkräfte, bestmöglich in die Umsetzung des Programmes eingebunden werden. Dadurch bewirken die Koffer mit den mehrsprachigen „Büchern auf Rollen“ nicht nur häufigere Vorlesepraxis und Lesefreude bei den Kindern allein, sondern sorgen auch dafür, dass sich die Beziehung zwischen Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften verbessert und die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften gestärkt wird.
Vorlesen und gemeinsames Lesen wecken die Lesemotivation, fördern Erzählfähigkeiten und das Wissen über den Umgang mit Texten. Die geförderte Lesepraxis unterstützt ebenfalls die literalen Vorläuferfähigkeiten, die die Lesekompetenz positiv beeinflussen. Die mehrsprachigen Bücher des Bücherkoffers mit interkulturellen und inklusiven Inhalten vermitteln zusätzlich Werte einer toleranten Gesellschaft, thematisieren Emotionen und fördern die für das kindliche Lernen so entscheidende selbständige und kreative Auseinandersetzung mit den Bücherinhalten.
Der Bücherkoffer unterstützt Eltern darin, sich in den Bildungsprozess ihrer Kinder einzubringen. Sie erhalten Informationsmaterialien in 19 Sprachen, beschäftigen sich gemeinsam mit den Büchern in der Familiensprache und auf Deutsch und erfahren wie viel Freude (Vor)lesen macht. Dadurch erkennen Eltern die Wichtigkeit des gemeinsamen (dialogischen) Lesens für die Eltern-Kind-Beziehung und die Entwicklung ihres Kindes. Gleichzeitig wird der Kontakt zu den pädagogischen Fachkräften ausgebaut und die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft gestärkt.
Wir ermöglichen durch mehrsprachige Bücher das Vorlesen in der Familiensprache und/oder auf Deutsch. Dadurch wird die Familiensprache weiterentwickelt und der Erwerb der deutschen Sprache zusätzlich gefördert. Mit dem Bücherkoffer werden in der Kita und Grundschule viele Familiensprachen sichtbar und erfahrbar, wodurch die Identität und das Selbstbewusstsein der Kinder gestärkt werden und Eltern sich von der Bildungseinrichtung wahrgenommen und wertgeschätzt fühlen. Auch einsprachig deutsche Kinder lernen den Umgang mit Mehrsprachigkeit.
Unserer Bücher werden zuhause und in Bildungseinrichtungen gelesen und erkundet. Die Träger unterstützen coach@school, um das Programm in den Bildungseinrichtungen umzusetzen. Die Bücher aus dem Koffer rollen in die Familien und verbinden so Kita und Elternhaus miteinander. Wir öffnen die Tür zu unzähligen weiteren Büchern und zu endloser Lesefreude für Kinder und Eltern.
… fördert die positive Einstellung von Kindern zu Büchern und Vorlesen.
… kann als festes Vorlese-Ritual in den Kita-Alltag integriert werden
… vernetzt Vorlesen mit der Förderung von Vorläuferkompetenzen und Mehrsprachigkeit.
… bietet tolle (Bilder-) Bücher, die richtig Spaß und Lust aufs Vor-Lesen machen.
…bringt Bastelideen und Praxistipps zu jedem Buch mit
… bringt mehrsprachige Bücher und Vorlesetipps in die Familien
… 18 mehrsprachige, interkulturelle und inklusive Bücher + 1 separates Buchpaket zum Vorlesen und Einbinden in der Kita.
… 9 Tragetaschen, damit die Kinder einzelne Bücher gleichzeitig mit nach Hause nehmen können.
… Handpuppe Eule, die das Vorlesen in der Kita begleitet als zusätzlicher Motivator für die Kinder dient.
… mehrsprachige Lesetipps für Eltern geben Anregungen zum wirksamen Vorlesen zuhause und sind bereits in allen Tragebeuteln.
… Materialien in 19 Sprachen unterstützen Fachkräfte in der Elternkommunikation
… eine Bücherliste zur Überprüfung der Vollständigkeit im Bücherkoffer.
… zwei Poster für die Kitas, die die mehrsprachige Realität visualisieren.