Bücherkoffer-Fachtag 2026
19. März 2026 | 14:00 – 17:00 Uhr | Online-Veranstaltung
Lesefreude wecken! Vielfalt fördern! Bildungschancen steigern!
An mehr als 400 Grundschulen, Kitas und weiteren Einrichtungen rollen unsere mehrsprachigen Bücherkoffer Woche für Woche in die Familien und motivieren hier Kinder und Eltern zum gemeinsamen Lesen und Vorlesen. Pädagog*innen, Fachberater*innen, Programmkoordinator*innen und Partnerorganisationen wirken zusammen, um sich mit dem Bücherkoffer für mehr sprachliche Bildung von Kindern und Wertschätzung von Mehrsprachigkeit einzusetzen.
Der Fachtag bringt das bundesweit wachsende Bücherkoffer-Netzwerk im Rahmen eines abwechslungsreichen Programms aus Vorträgen und Workshops zusammen. Neben fachlichen Impulsen und konkreten Beispielen für die Unterrichtspraxis steht der Austausch untereinander im Vordergrund.
Die Veranstaltung findet online statt und wird organisiert von coach@school e.V., gefördert durch den Europäischen Asyl- und Migrationsfonds AMIF und die Postcode Lotterie.
Eine Teilnahme ist nur nach vorheriger Anmeldung möglich.
Sie haben noch weitere Fragen? Dann schreiben Sie uns gerne an info@coachatschool.org
Bücherkoffer-Fachtag 2026
Datum:
19. März 2026
Uhrzeit:
14:00 – 17:00 Uhr
Veranstaltungsort:
Online via Zoom
Organisiert von:
coach@school e.V.
Programm Bücherkoffer-Fachtag 2026
14:00 – 14:40
Mehrsprachigkeit im Klassenzimmer: Potenziale, Herausforderungen und der Beitrag des Bücherkoffers
Aybike Savaç (Universität Hamburg) im Gespräch mit Lehrkraft Nurcan Aras (Stadtteilschule Wilhelmsburg)
14:45 – 16:00
Workshop-Programm
In sechs Workshops rund um die Themen Mehrsprachigkeit, Sprachförderung, Diversität und Elternkooperation erhalten die Teilnehmenden praxisnahe Impulse für die Arbeit in Kita und Grundschule.
16:00 – 17:00
Abschluss-Vortrag: Diversitätssensibilität in Gesellschaft und Bildungsinstitutionen
In seinem Vortrag geht Prof. Dr. Karim Fereidooni auf die Konstruktion von ‚Normalität‘ in unserer Gesellschaft und in unterschiedlichen Bildungsinstitutionen ein und problematisiert diesen Konstruktionsprozess, weil dadurch Ausschlüsse entstehen. Ferner stellt er unterschiedliche Theorien und Studien zum Thema Diversitätssensibilität dar und präsentiert Maßnahmen, die darauf angelegt sind, mit Diversität konstruktiv umzugehen. Im zweiten Teil des Vortrags wird darauf eingegangen, was der ‚Migrationshintergrund‘ mit dem Schulerfolg zu tun hat.
Moderation
Aybike Savaç (Universität Hamburg)
Aybike Savaç, M.Ed. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin an der Universität Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Mehrsprachigkeit, Literalitätsentwicklung und diversitätssensible Bildung in migrationsgesellschaftlichen Kontexten.
Workshops
Die Workshops finden parallel statt, daher bitten wir Sie, sich für einen Workshop zu entscheiden.
Workshop 1: Erfassung individueller Sprachkompetenzen und Planung adaptiver Sprachförderung in Kitas und Grundschulen
Damit frühpädagogische Fachkräfte und Grundschullehrkräfte Kinder passgenau sprachlich fördern können, bedarf es einer Erfassung der individuellen Sprachkompetenzen. Diese Aufgabe ist aufgrund der sprachlichen Diversität in Kitas und Grundschulen sehr anspruchsvoll. Spontansprachanalysen bieten einen geeigneten diagnostischen Zugang bei ein- sowie mehrsprachigen Kindern; von ihnen ausgehend lassen sich individuelle Förderziele ableiten und adaptive Sprachfördermethoden planen. Im Workshop wird ein Verfahren zur Spontansprachanalyse (B-SPK, Beckerle et al., 2025) vorgestellt und erprobt; zudem werden Dimensionen adaptiver Sprachförderung, die auf theoretischen und empirischen Erkenntnissen beruhen, dargestellt und diskutiert. Ziel ist es, dass die Teilnehmenden konkrete Impulse für die eigene Sprachdiagnostik, -förderplanung und -förderung bekommen, die sie direkt umsetzen können und zur weiteren Auseinandersetzung mit diesem wichtigen Themenbereich motivieren.
Referentin: Dr. Christine Beckerle (Universität Hannover)
Christine Beckerle studierte Pädagogik, Anglistik sowie Grundschullehramt, bevor sie im mit einer Evaluationsstudie zur Sprachförderung in Kitas und Grundschulen promovierte. Seit 2011 arbeitet sie in der Sonderpädagogischen Psychologie an der Leibniz Universität Hannover in verschiedenen Projekten zur Sprachförderung für ein- und mehrsprachige Kinder, wobei aktuelle Schwerpunkte auf der Diagnostik und Adaptivität liegen. Zudem bietet sie Fortbildungen, Workshops und Coachings für frühpädagogische Fachkräfte sowie Grundschullehrkräfte an.
Workshop 2: Mehrsprachigkeit verstehen und mehrsprachige Lernende fördern - Hintergründe und Fördermöglichkeiten unter Rückgriff auf künstliche Intelligenz
Mehrsprachigkeit ist längst kein Randphänomen mehr, sondern eine zentrale Realität schulischer Lern- und Bildungsprozesse. Dennoch werden die sprachlichen Ressourcen mehrsprachiger Lernender im Unterricht häufig nur unzureichend wahrgenommen oder vorwiegend aus einer defizitorientierten Perspektive betrachtet. Der Workshop setzt genau hier an. Auf Grundlage aktueller Forschungserkenntnisse wird zunächst ein differenziertes Verständnis von Mehrsprachigkeit entwickelt. Dabei wird die elementare Bedeutung von Sprache und Mehrsprachigkeit für Verstehens- und Lernprozesse herausgearbeitet und anhand konkreter schulischer Praxisbeispiele veranschaulicht. Darauf aufbauend richtet sich der Fokus auf praxisnahe Fördermöglichkeiten im Unterricht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Potenzial Künstlicher Intelligenz als unterstützendes Werkzeug für einen sprachsensiblen und mehrsprachigkeitsfördernden Unterricht. Anhand ausgewählter Beispiele wird gezeigt, wie KI-Systeme genutzt werden können, um Lernprozesse zu individualisieren, sprachliche Zugänge zu eröffnen und fachliches sowie sprachliches Lernen sinnvoll miteinander zu verschränken. Der Workshop verbindet theoretische Grundlagen mit empirischen Einblicken und konkreten Anregungen für die Unterrichtspraxis. Er richtet sich an Lehrkräfte, Studierende, Fortbildner:innen sowie an alle, die sich für einen ressourcenorientierten und zeitgemäßen Umgang mit Mehrsprachigkeit interessieren.
Referent: Dr. Taha Ertuğrul Kuzu
Dr. Taha Ertuğrul Kuzu ist Juniorprofessor für Grundschulpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Mehrsprachigkeitsaktivierung und sprachsensibler Fachunterricht sowie in der Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Grundschule. Er promovierte von 2014 bis 2018 an der Technischen Universität Dortmund. Anschließend absolvierte er von 2018 bis 2020 den Vorbereitungsdienst für das Lehramt. Von 2020 bis 2023 war er als postdoktoraler Mitarbeiter an der Universität Münster tätig und seit 2023 ist er Juniorprofessor an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.
Workshop 3: Mehrsprachigkeit als Ressource in der Förderung von Leseverstehen und dessen Vorläuferfähigkeiten
Mehrsprachig aufwachsende Kinder verfügen über ein breites Repertoire an sprachlichen Mittel. In vielen Situationen werden jedoch nur ihre deutschsprachigen sprachlichen Ressourcen sichtbar und wertgeschätzt. Dabei kann die Fähigkeit, über das Lesen und Hören von Texten Bedeutung zu erzeugen, in allen den Kindern verfügbaren Sprachen gefördert werden, denn Lese- und Hörverstehen können als in großen Teilen sprachenübergreifende Fähigkeit verstanden werden. Im Workshop erhalten Sie Gelegenheit, sich intensiv mit dem Phänomen Mehrsprachigkeit und der Perspektive des Translanguaging-Ansatzes auseinanderzusetzen. Translanguaging betont das Erfordernis, Lernen auf Basis der Gesamtsprachlichkeit zu ermöglichen und die Persönlichkeitsentwicklung von Lernenden mit Blick auf ihre Mehrsprachigkeit zu unterstützen. Sie lernen ausgewählte Forschungsergebnisse zur Rolle von Mehrsprachigkeit für die Entwicklung von (Pre-)literacy im Schul- und Vorschulalter kennen und erhalten (teils auf der Grundlage von Videovignetten) Impulse dazu, wie Mehrsprachigkeit in der Literacyförderung konkret als Ressource berücksichtigt werden kann.
Referent: Dr. Christoph Gantefort
Christoph Gantefort hat zunächst in Köln Lehramt Sonderpädagogik mit dem Unterrichtsfach Deutsch für die Sekundarstufe I studiert und dann einen Aufbaustudiengang im Fach Deutsch als Fremdsprache an der Universität Bonn absolviert. Er hat in Erziehungswissenschaften über bilinguale Textkompetenz promoviert. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Mehrsprachigkeit, Sprachsensibler Fachunterricht‚ Sprachdiagnostik, Professionalisierung und Evaluationsforschung. Im Mercator-Institut leitet er die Abteilung Sprache und Profession.
Workshop 4: Mehrsprachigkeit und Elternkooperation
Referent*in: NN
Workshop 5: Vielfalt im Kinderbuch
Wie finden sich Kinder und ihre Familien in all ihrer Vielfalt in Kinderbüchern wieder? Und was bedeutet es für Kinder, wenn sie sich dort gar nicht oder nur in sehr stereotyper Weise repräsentiert sehen? Welche Möglichkeiten bieten Bücher und weitere Materialien, um Kinder auch mit Vielfaltsaspekten vertraut zu machen, mit denen sie in ihrem eigenen Lebensumfeld kaum oder gar nicht in Berührung kommen? Diese und weitere Fragen werden im Workshop aufgegriffen und mit Empfehlungen für vielfaltsbewusste Kinderliteratur verbunden.
Referentin: Dr. Claudia Seele
Dr. Claudia Seele ist Erziehungswissenschaftlerin und Leiterin der Fachstelle Mehrsprachigkeit MV bei der RAA – Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e. V. Sie forscht und arbeitet seit mehr als 15 Jahren zu den Themen Mehrsprachigkeit und Diversität in der frühkindlichen Bildung mit Stationen u.a. in Berlin und Luxemburg.
Workshop 6: Rassismuskritischer Umgang mit Mehrsprachigkeit in Grundschule und Kita
Mehrsprachigkeit ist eine gesellschaftliche Realität. Wie wird diese aber in Bildungseinrichtungen abgebildet?
Dieser Vortrag sensibilisiert Lehrpersonen und Pädagog*innen für Linguizismus und für die Art und Weise, wie Sprache im schulischen Alltag mit Zugehörigkeit und Ausschluss verknüpft ist. Mehrsprachigkeit wird dabei aus einer rassismuskritischen Perspektive betrachtet.
Der Input setzt sich kritisch mit Sprachverboten und Sprachgeboten auseinander. Zudem werden Rassismuserfahrungen von Schüler*innen aufgegriffen.
Referent: Ali Dönmez
Ali Dönmez ist Logopäde und Lehrer für Deutsch als Zweitsprache.
Er beschäftigt sich mit Mehrsprachigkeit aus einer rassismuskritischen Perspektive, insbesondere mit Linguizismus und rassismuskritischer Pädagogik im Bildungskontext.
In seiner Arbeit verbindet er sprachwissenschaftliche, pädagogische und gesellschaftskritische Perspektiven. Er arbeitet mit Kindern, Jugendlichen sowie pädagogischen Fachkräften in Workshops, Seminaren und Fortbildungen.
Ali Dönmez ist selbstständig tätig und bietet seine Inhalte unter anderem in Form von Online Lernvideos auf
www.ali-doenmez.at/e learning an.





